Propolis in der Geschichte

Berichte über die Anwendung und Wirkung von Propolis reichen bis in die frühe Antike zurück. Schon die alten Griechen, Perser, Ägypter und Römer machten sich die effektive Heilkraft des Bienenharzes zu Nutze.[1] So soll der berühmte griechische Arzt Hippokrates beispielsweise innere wie äußere Geschwüre und Wunden damit behandelt und geheilt haben.[2] Aristoteles, der bekannte griechische Gelehrte, beschrieb in seinen Schriften jene Substanz, welche am Eingang des Bienenstocks klebt und zur Behandlung von Beulen und eitrigen Entzündungen genutzt wurde.[3] Desweiteren nutzten die alten Griechen Propolis auch in der Kosmetik und verwendeten es zur Herstellung des Parfums polyanthus.[4]

Die Aufzeichnungen des römischen Enzyklopädisten und Medizinschriftstellers Aulus Cornelius Celsus aus dem ersten Jahrhundert nach Christus schildern Propolis als Medikament zur Förderung der Eiterung, Öffnung von Wunden und Mittel gegen Abszesse. [5]

Im alten Ägypten war die Linderung von Gebrechen mit Propolis ebenfalls ein übliches Verfahren. Hinweis hierauf geben Abbildungen von Propolis-herstellenden Bienen, welche auf Vasen und in zahlreichen weiteren Ornamenten zu finden sind. Ihr aber wohl bekanntester Anwendungsbereich des Kittharzes war seine Nutzung im Einbalsamierungsprozess der Toten. Den konservierenden Aspekt schauten die Ägypter sich von den Bienen ab. Indem diese tote Insekten im Bienenstock mit Propolis und Wachs überziehen, verhindern sie die Ausbreitung der Bakterien, die ansonsten den Kadaver zersetzen würden.[6]

Das Wissen um Propolis und seine Eigenschaften wurde im Mittelalter unterdrückt und ging weitestgehend verloren. Doch in der Volksheilkunde, vorallem in der osteuropäischen Kräuterkunde, blieb es weiterhin ein hochgeschätztes Heilmittel.[7] So berichten einige Quellen, welche dem 12. Jahrhundert zugeordnet werden können, die medizinische Nutzung des Bienenharzes zur Behandlung von Karies, sowie Infektionen im Mund- und Rachenraum.

Im Zuge der ad fontes, der Rückbesinnung zu den Lehren der Antike im Renaissance-Zeitalter, kam das Interesse und die Nutzung von Propolis wieder auf. In einem Arzneibuch aus dem England des 17. Jahrhunderts findet sich Propolis als wichtiger Bestandteil diverser Heilbalsamen.[8]

Erst in den letzten Jahrhunderten war die moderne Chemie weit genug entwickelt, um nachzuweisen, dass die Heilkraft von Propolis so effizient ist, wie seit jeher angenommen. So wurden die chemischen Eigenschaften zu Beginn des 19. Jahrhunderts vom französischen Pharmazeuten und Chemiker Nicolas Louis Vauquelin analysiert. Er erforschte und protokollierte die Herstellung von Propolis durch die Bienen, sowie die Stoffeigenschaften des Bienenharzes. Desweiteren experimentierte er damit, um seine Eigenschaften zu erforschen und zu verstehen.[9] Mit der Weiterentwicklung der Chemie im 19. Jahrhundert ging auch die weitere Erforschung des komplexen Bienenharzes einher.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts rückte die Untersuchung der Bestandteile von Propolis in den Vordergrund des Interesses. Zahlreiche Chemiker, so unter anderem K. D. Helfenberg[10], M. Küstenmacher[12] und G. A. Rösch [12] experimentierten mit dem Bienenharz und arbeiteten daran, seine chemischen Eiegenschaften und Bestandteilen zu entschlüsseln. Derartige Forschungen kamen während der Weltkriege weitestgehend zum Stehen, wurden in der Nachkriegszeit jedoch wieder aufgenommen.

Fortschritte in der Chromatographie, der Stofftrennung organischer Gemische, ermöglichten die Extraktion und Isolation vieler Bestandteile des Kittharzes. So konnten bislang etwa 180 verschiedene Bestandteile bestimmt und die mit ihnen einhergehende antibakterielle, antiseptische, antimykotische, schmerzlindernde, entzündungshemmende und heilsame Wirkung nachgewiesen werden. Doch die genaue Zusammensetzung konnte bis heute nicht zur Gänze analysiert werden, was eine Synthetisierung von Propolis unmöglich macht. Lediglich die Bienen, können es herstellen.

Heutzutage findet Propolis in der Dermatologie, der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, der Kehlkopfkunde, zum Teil sogar in der Gynäkologie, bei neurodegenerativen Erkrankungen, in der Wundheilung, sowie bei der Behandlung von Verbrennungen und Geschwüren Anwendung. Wenn auch nicht offiziell als Medikament, so doch als homöopathisches bzw. naturheilkundliches Mittel wird das hochwirksame, doch natürliche und schonende Propolis vielfach und erfolgreich eingesetzt.

Wissenschaftliche Studien und Quellen

  • für die Unterseite "Propolis in der Geschichte" ( 1 -) Kuropatnicki, Andrzej K.; Szliszka, Ewelina; Krol, Wojciech: Historical Aspects of Propolis Research in Modern Times. In: PMC US National Library of Medicine 2000. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3655583/#B31 (23.04.2018)
  • 1 Houghton PJ. Propolis as a medicine. Are there scientific reasons for its reputation? In: Munn P, editor. Beeswax and Propolis for Pleasure and Profit. Cardiff, UK: International Bee Research Association; 1998. p. p. 10.
  • 2 Dealey C. The Care of Wounds. Blackwell Publishing; 2005.
  • 3 Aristotle. The Works of Aristotle Translated into English Under the Editorship of J. A. Smith and W. D. Ross, Volume IV By D'Arcy Wentworth Thompson. Oxford, UK: 1910. (sig. Ee7r).
  • 4 Bogdanov S. Propolis: Composition, Health, Medicine: A Review. 2012, http://www.bee-hexagon.net/files/file/fileE/Health/PropolisBookReview.pdf.
  • 5 Celsus A. De Medicina. Book 5. chapter 3. Cambridge, Mass, USA: Harvard University Press; 1971. (edited by W. G. Spencer).
  • 6 Langenheim JH. Plant Resins: Chemistry, Evolution, Ecology, Ethnobotany. Cambridge, UK: Timber Press; 2003.
  • 7 An interview with Sergey Alekseevich Popravko—part 2: ‘Russian Penicillin’ 2013, http://en.popravko.com/parts.php?id=128.
  • 8 Murray MT, Pizzorno JE., Jr. Bee products: pollen, propolis, and royal jelly. In: Pizzorno JE Jr., Murray MT, editors. Textbook of Natural Medicine. chapter 70. Elsevier Health Sciences; 2005. http://books.google.pl/....
  • 9 Vauquelin LN. Analysis of the propolis or mastic of bees. A Journal of Natural Philosophy, Chemistry and the Arts. 1803;5:48–49.
  • 10 Helfenberg KD. The analysis of beeswax and propolis. Chemikerzeitung. 1908;31:987–988.
  • 11 Küstenmacher M. Propolis. Berichte der Deutshen Pharmacologische Gesellschaft. 1911;21:65–92.
  • 12 Rösch GA. Beobachtungen an Kittharz sammelnden Bienen (Apis mellifica L.) Biologisches Zentralblatt. 1927;47:113–121.
  • http://www.bfr.bund.de/cm/343/einschaetzung_von_propolis_und_gelee_royal.pdf (Stand: 28.03.2018, 9:50 Uhr)
  • https://www.nature.com/articles/nature10093 (Stand: 28.03.2018, 12:05 Uhr)
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3655583/ (Stand: 29.03.2018, 07:20 Uhr) Was ist Propolis
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3655583/ (Stand: 29.03.2018, 07:20 Uhr) Propolis in der Geschichte Andrzej K. Kuropatnicki, 1 ,* Ewelina Szliszka, 2 and Wojciech Krol 2
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